Titel
Arbeitslosigkeit: Viele Pläne, kein Rezept: Die Bonner Ministerien entwerfen immer neue Pläne, die helfen sollen, die Millionenzahl der Arbeitslosen zu senken. Doch die Aussichten auf Erfolg sind mager: Breit angelegte Konjunkturprogramme erwiesen sich schon früher als wenig wirksam, und kostspielige staatliche Sonderaktionen will Finanzminister Hans Apel nicht bezahlen. (S. 21)
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Arbeitslos - feines Leben auf fremde Kosten?: Die Autokonzerne suchen dringend Bandarbeiter und Fachkräfte, das Gaststättengewerbe hat Tausende von offenen Stellen, und sogar auf dem Bau fehlt es an Facharbeitern. Zur gleichen Zeit ist rund eine Million Arbeitslose registriert. Sind die Deutschen zu einem Volk von Drückebergern und Faulenzern geworden? (S. 24)
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ENTWICKLUNGSHILFE - Nicht nur Komplimente: Mit seiner Moskauer Schelte an der sowjetischen Entwicklungshilfe überraschte SPD-Geschäftsführer Bahr auch seine innenpolitischen Gegner.
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AGENTEN - Flirt am Strand: Nur durch Zufall wurde der Verfassungsschutz auf die Kanzleramtssekretärin Dagmar Kahlig-Seheifler aufmerksam. Lücken im Bonner Sicherheitssystem?
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ABHÖREN - Zur Unzeit: Kripo-Beamte heimlich am Telephon: Ohne Augenmaß ging die Bundesanwaltschaft straf rechtlich gegen bummelnde Fluglotsen vor.
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AFRIKA-POLITIK - Gunschers Schwenk: Bonn beteiligt sich an einer bislang geheimgehaltenen Friedensaktion des Westens im südlichen Afrika. Ziel: die Unabhängigkeit Namibias.
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NATO-FILM - Spiel mit dem Ernstfall: Trotz politischer Bedenken will das deutsche Fernsehen ein tauschend echt gefilmtes Planspiel über einen beginnenden militärischen Ost-West-Konflikt ausstrahlen.
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HOCHSCHULEN - Heuer Frack: Verschärftes Ordnungsrecht, schlechte Studienbedingungen, unzulängliche Förderung, karge Berufsaussichten -- an den bundesdeutschen Hochschulen sammelt sich eine breite Protestbewegung.
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"Das präzisiert das etwas zu sehr"
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AFFÄREN - Irgendwie hingezaubert: Wieder ist ein SPD-Mann ins Zwielicht geraten. Der Bundestagsabgeordnete Rudolf Kaffka steht im. Verdacht, an Manipulationen mit Staatszuschüssen, Darlehen, Spenden und Unterschriften beteiligt zu sein.
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"Linke mit zwei linken Händen"
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"Kontakte zu Kirche und Alpenverein": Die SPD hat die Zuneigung der Jugend verloren -- zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die fünfzehn junge Sozialdemokraten aus den Bezirken Franken und Südbayern verfaßt haben. Die Autoren -- sämtlich in den fünfziger Jahren geboren -- empfehlen den Jungsozialisten, neue Veranstaltungsformen zu entwickeln: "Musische Aktivitäten, lockerer Rahmen, zwanglose Angebote." Auszug:
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POLIZEI - Kopf und Kragen: Können westdeutsche Scharfschützen nicht scharf schießen? Die Polizeigewerkschaft und Waffen-Fachleute rügen Mängel in der Ausrüstung -- und damit Risiken im Ernstfall.
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BUNDESBAHN - Sifa versagte: Die Bundesbahn hat durch unzureichende Sicherheitsvorkehrungen das Zugunglück bei Rheinweiler vor sechs Jahren mitverschuldet; das Staatsunternehmen soll Verletzten Schmerzensgeld zahlen.
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Demonstrieren ohne Helm und Maske?: Eine Beschränkung des Demonstrationsrechts fordert der hessische Justizminister Günther. Der Sozialdemokrat schlägt vor, die "passive Bewaffnung" zu verbieten -- keine Helme und Masken mehr. Die Gesetzesinitiative, die in den Bundesrat eingebracht werden soll, hat, so Günther, bei der Justizministerkonferenz Anklang gefunden.
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SPIONAGE - Außer Atem: Östliche Spionage-Organisationen gebärden sich bei der Agenten-Werbung in Westdeutschland immer dreister.
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"Mit Narren im Nebel muß man immer rechnen": Wenn ein Tanker auf die Sandbänke vor der Elbmündung gerät, wenn deutsche Schiffe im Kanal zusammenstoßen oder ein Matrose über Bord geht: Fälle für das Seeamt. Alle Seefahrt-Zwischenfälle von Belang kommen vor eine Instanz, die halb Gerichtsbarkeit, halb Behörde ist. Bonn will die hundert Jahre alten Seeamter reformieren.
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ÄRZTE - Tief gerührt: Bundesärztekammerpräsident Sewering, der in den Verdacht geraten ist, mit Mammographie-Automaten gesetzwidrig Geld zu verdienen, wurde gleichwohl vom Deutschen Ärztetag in seinem Amt bestätigt.
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Wirtschaft
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PREUSSAG - Auf unserer Linie: Der Versuch der Volksaktienfirma Preußag, die Mehrheit des Rohstoffkonzerns Patino zu übernehmen, wird zu einem. Pokerspiel.
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BAUSKANDAL - Endstation Algier: Die Wohnungsgesellschaft Bremer Treuhand kam mit Algerien-Geschäften ins Schleudern. Ihre Rettung bleibt ungewiß.
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"Das Wort Bus hat einen Beigeschmack": Pest, Gelbfieber, Milzbrand und Fleckfieber können durch Kampfstoffe verbreitet werden, die Amerikas Armee von 1949 bis 1969 erprobte -- und auch heute noch nicht aus ihrem Programm gestrichen hat. Ein Unterausschuß des US-Senats untersucht zur Zeit diese Praktiken, die zu einer Reihe mysteriöser Unfälle führten.
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WERBUNG - Gift In der Kugel: Werbung für Markenartikel schleicht sich in den USA auch in Spielfilme ein. Gelegentlich aber zahlen Hersteller dafür, daß ihr Produkt nicht auf der Leinwand erscheint.
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Ausland
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Die "Enkel der Propheten" drängen zur Macht: Politisch führungslos, wirtschaftlich schwer angeschlagen, parlamentarisch heillos zersplittert, wählt Israel am Dienstag sein neuntes Parlament. Die verbrauchte Grunder-Generation macht weitgehend jüngeren Kräften Platz, aber eine neue Politik ist damit noch nicht in Sicht, statt dessen eher eine abermalige Neuwahl.
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DIPLOMATIE - Gold durch und durch: Auf dem Wirtschaftsgipfel in London bekam Helmut Schmidt alles, was er wollte. Die große Show aber machte Jimmy Carter. Schmidt: "Seine Intelligenz ist durchaus vergleichbar mit der von Henry Kissinger."
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"Wären doch Belgier wieder an der Regierung": Nicht der Buschkrieg in der Minenprovinz Shaba gefährdet die Existenz Zaires -- es sind die fast hoffnungslos zerrütteten Strukturen des Landes und der fortschreitende Zerfall jeglicher Ordnung. Nach zwölf Jahren unter der despotischen Herrschaft von Mobutu Sese Seko ist der Kernstaat Schwarzafrikas fast total heruntergewirtschaftet.
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"Scherz und Wut Mao Tse-tungs"
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URAN-SCHIFF - Levantinischer Herr: Die Uran-Fahrt des Motorschiffes "Scheersberg" war nicht die einzige mysteriöse Reise des deutschen Frachters.
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"Enorme Bedrohung für die Welt": Pest, Gelbfieber, Milzbrand und Fleckfieber können durch Kampfstoffe verbreitet werden, die Amerikas Armee von 1949 bis 1969 erprobte -- und auch heute noch nicht aus ihrem Programm gestrichen hat. Ein Unterausschuß des US-Senats untersucht zur Zeit diese Praktiken, die zu einer Reihe mysteriöser Unfälle führten.
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ITALIEN - Vom Wind verweht: Zehn Monate nach der Giftkatastrophe in Seveso steht fest: Das gefährliche TCDD breitet sich weiter aus -- selbst die Entgifter tragen dazu bei.
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DÄNEMARK - Zu teure Konserven: Gegen Sparmaßnahmen des größten Zeitungskonzerns protestieren Setzer und Drucker. Sie legten Dänemarks renommierteste Zeitung still: "Berlingske Tidende".
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"Der Ostblock muß sich wandeln?: Der polnische Philosoph Leszek Kolakowski hatte in einem SPIEGEL-Essay (Nr. 19/1977) das Sowjetsystem und den Eurokommunismus analysiert und beide vernichtend beurteilt. Auf die wichtigsten seiner Thesen verfaßte der spanische KP-Chef Santiago Carrillo für den SPIEGEL eine Antwort, in der er Kolakowski widerspricht,
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Sport
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Bundesliga: Am Wochenende Volkstheater: Die Fußball-Bundesliga hat sich zum beliebtesten Wochenend-Vergnügen der Deutschen entwickelt. In dieser Spielzeit überstiegen die Einnahmen die Milliardengrenze. Zum Ende der Spielzeit 1976/77 bei Pokalendspiel und Bundesliga-Aufstiegsrunde wird der achtmillionste Fan im Stadion erwartet. Jeder vierte Bundesliga-Gast ist eine Frau. Weitere zehn Millionen Zuschauer verfolgen sonnabends Bundesliga-Spiele im Fernsehen.
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Fernsehen: Traurige Gesichter: Bei der ARD haben die Anstalten den großen öffentlich-rechtlichen Proporzpropeller angeworfen, um die Spätausgabe der "Tagesschau" zu reformieren. Auslandskorrespondenten wie Gütt oder Müggenburg kehren heim ins Sendereich; andere, wie Chefredakteur Merseburger, weichen vor den NDR-Querelen nach Washington aus: Kommen und Gehen als Programmänderung.
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198
KUNST - Zeitmaschine zum Bosporus: Zu Himmelfahrt geht der klassische "Orient-Express", zwischen Paris und Istanbul nur noch aus einem Schlafwagen bestehend, auf seine letzte Reise. Doch sein Mythos bleibt lebendig: Ein Schweizer Touristik-Unternehmen bietet Luxus-Trips in einem restaurierten "Nostalgie-Orient-Express" von Zürich zum Goldenen Horn. SPIEGEL-Redakteur Gunar Ortlepp fuhr in beiden Zügen.
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KUNST - Über den Wellen: Die Deutschen und das Meer -- das ist, wie ein Bildband über Marinemalerei lehrt, eine Geschichte gebrochener Traditionen.
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FILM - Meistens voraus: Erfolgreich mit Filmen und Frauen: Hollywood-Regisseur Otto Preminger setzt sich in seiner Autobiographie vorteilhaft in Szene.
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STÄDTEBAU - Risse im Wohnglück: Eines der kühnsten Städtebau-Projekte, die "Arkologie" von Paolo Soleri, wird im Modell realisiert -- kläglich.
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"Der letzte Wille des Tschingis Khan": Den asiatischen Ursprung der russischen Despotie beschrieb Karl Marx 1856 für die englische Zeitung "The Free Sheffield Press" in einem Artikel "Enthüllungen der diplomatischen Geschichte des 18. Jahrhunderts". Obwohl Marx-Experten wie der später von Stalin liquidierte David Rjasanow den wichtigen Text kannten und zitierten, fehlt er in den Marx-Engels-Gesamtausgaben der UdSSR und der DDR: "Unterschlagung", sagt der Berliner Marxist Bernd Rabehl, der den vollen Wortlaut jetzt zum erstenmal auf deutsch herausgibt*. Der SPIEGEL veröffentlicht Auszug.: neue Marx-Texte über den Moskauer Großfürsten Iwan III. und Peter den Großen.
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SCHRIFTSTELLER - Ministers Abschied: Im Pen-Club kriselt es wieder: Über die Zuwahl des belgischen Trotzkisten Mandel zerstritten sich rechte und linke Schriftsteller -- der konservative Flügel trat ostentativ aus.
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ZEITSCHRIFTEN - Tief ins Gehirn: Nach dem Porno-Boom bahnt sich in US-Medien eine neue Welle an -- Verherrlichung von Gewalt.